Informationen zum Bowie-Dick-Test in kleinen Sterilisatoren:
2026-01-08
Unverzichtbare Qualitätskontrolle für Einrichtungen des Gesundheitswesens
Was ist ein Bowie-Dick-Test?
Der Bowie-Dick-Test (BD-Test) ist ein Typprüfverfahren, das ursprünglich für große Sterilisatoren in der Norm EN 285 definiert wurde und bei dem ein 7 kg schweres Baumwollpaket mit einer Indikatorseite gemäß EN ISO 11140-3 zum Einsatz kommt. Dieser Funktionstest gewährleistet die Wirksamkeit der Luftentfernung und Dampfdurchdringung in Dampfsterilisatoren. Obwohl ursprünglich für große Krankenhausautoklaven entwickelt, wurden die Prinzipien durch spezialisierte BD-Test-Programme für Kleinsterilisatoren angepasst, die in Zahnarztpraxen, Kliniken und kleineren Gesundheitseinrichtungen eingesetzt werden.
Warum kleine Sterilisatoren besondere Aufmerksamkeit erfordern
Aufgrund von Größenbeschränkungen und unterschiedlichen Designanforderungen gemäß der Norm EN 13060 können Tischsterilisatoren nicht mit der Original-BD-Baumwollpackung verwendet werden. Im Gegensatz zu Großsterilisatoren mit umfangreichen Verbindungsrohren zwischen Dampferzeugern und Kammern weisen Tischgeräte kompaktere Konstruktionen auf, die besondere Herausforderungen hinsichtlich der Dampfverteilung und Luftentfernung mit sich bringen.
Für Tischsterilisatoren der Klasse B stehen im Rahmen der BD-Testprogramme alternative Tests zur Verfügung, darunter der Helix-Test gemäß EN ISO 11140-6 (ehemals EN 867-5) und Chargenüberwachungssysteme, die an die Chargenschwierigkeit gemäß DIN 58921 angepasst sind. Diese Alternativen gewährleisten eine ordnungsgemäße Funktionalität und berücksichtigen gleichzeitig die spezifischen Eigenschaften kleinerer Sterilisationsgeräte.
Durchführung des Bowie-Dick-Tests
Der Bowie-Dick-Test verwendet ein speziell entwickeltes Testpaket, das temperaturempfindliche chemische Indikatoren enthält, die in einem bestimmten Muster angeordnet sind. Bei kleinen Sterilisatoren umfasst das Verfahren Folgendes:
- Platzierung: Positionieren Sie die Testsysteme an der anspruchsvollsten Stelle innerhalb der Kammer, in der Regel im vorderen unteren Bereich in der Nähe der Tür.
- Zyklusauswahl: Führen Sie einen Standardsterilisationszyklus gemäß den Herstellerangaben durch, in der Regel bei 134 °C (273 °F) für 3,5 Minuten oder mit entsprechenden Parametern.
- Ergebnisinterpretation: Prüfen Sie nach dem Zyklus das Indikatorbild. Eine gleichmäßige Farbveränderung bei allen Indikatoren weist auf eine ordnungsgemäße Dampfdurchdringung hin. Bereiche, in denen die Farbveränderung unvollständig ist, deuten auf einen unzureichenden Kontakt mit dem Dampf hin.
Testhäufigkeit und Standards-Compliance
Gemäß EN ISO 17665 muss vor der täglichen Inbetriebnahme eine Dampfdurchdringungsprüfung durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Luft aus dem Dampferzeuger, der Sterilisatorkammer und den Verbindungsrohren entfernt wurde. Bei Kleinsterilisatoren wird für diese tägliche Funktionsprüfung entweder der Helix-Test (EN ISO 11140-6) oder ein angepasstes Chargenüberwachungssystem verwendet, das die Anforderungen der relevanten Normen erfüllt.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Morgentests lediglich die Funktionsfähigkeit des Sterilisators nach dem Start überprüfen. Sie garantieren nicht automatisch, dass alle nachfolgenden Sterilisationschargen sterile Produkte hervorbringen, insbesondere bei anspruchsvollen Chargen wie Hohlinstrumenten, minimalinvasiven chirurgischen Instrumenten und zahnärztlichen Handstücken, bei denen bereits geringe Mengen nicht kondensierbarer Gase (NCG) kritisch sein können.
Über die täglichen Tests hinaus: Chargenüberwachung
Während tägliche BD-Tests die Funktionsfähigkeit des Sterilisators überprüfen, sind Chargenüberwachungssysteme unerlässlich, um die chargenspezifische Sterilisationseffektivität sicherzustellen. Diese Systeme müssen die tatsächlichen Anforderungen der zu verarbeitenden Charge widerspiegeln und nicht nur die Funktion des Sterilisators.
Zwei Ansätze zur Auswahl einer geeigneten Chargenüberwachung umfassen die Verwendung von Tests, deren Anforderungen mit definierten Ladungen gemäß DIN 58921 („Medizinprodukt-Simulator") verglichen wurden, oder den versuchsweisen Einsatz von Testsystemen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Das Ziel besteht darin, den Test mit den höchsten Anforderungen auszuwählen, der dennoch zufriedenstellende Ergebnisse liefert und eine angemessene Herausforderung für die spezifischen Chargentypen darstellt, die verarbeitet werden.
Dieser Artikel dient als Informationsquelle für medizinisches Fachpersonal, das sich mit den korrekten Bowie-Dick-Testverfahren in kleinen Sterilisationsumgebungen vertraut machen und diese umsetzen möchte. Für spezifische behördliche Anforderungen und detaillierte Verfahrensrichtlinien wenden Sie sich bitte an Ihr örtliches Gesundheitsamt und beachten Sie die Empfehlungen des Sterilisatorherstellers.
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